Trauerbewältigung am Arbeitsplatz?

TRAUER IM UNTERNEHMEN

Trauerbewältigung am Arbeitsplatz?

HomeOffice, Coworking Space oder Büro?

 

Die Arbeitswelt verlagert sich, aufgrund der Digitalisierung, Globalisierung und zuletzt der Pandemie, zunehmend ins sogenannte HomeOffice. Wenn ich den Begriff wörtlich nehme, muss man davon ausgehen, dass jede*r Zuhause auch ein Office hat. Doch viele sitzen dort seit bald zwei Jahren im Schlafzimmer, zwischen den Schuhschränken oder am Küchentisch. Überforderung sowie Entlastung, Flexibilität sowie Einsamkeit – unsere Jobs, unser Alltag und schließlich wir selbst sind doch so individuell, dass es keine einheitliche Lösung für alle geben kann.

Mit dem HomeOffice kenne ich mich gut aus, ich war lange Jahre als Designerin selbständig und hatte tatsächlich ein Office im Home. Wenn ich viel Arbeit hatte, kam ich oft tagelang nicht mehr vor die Tür. Das war der Anlass einen Schreibtisch in einer befreundeten Agentur zu mieten. Hier hatte ich nicht nur gute Gesellschaft, es hat mich auch beruflich mächtig nach vorne gebracht. Aus der eigenen Arbeitsweise heraus entstand bei Nico, dem Inhaber der Agentur, und mir, der Wunsch einen Coworking Space zu entwicklen. Das war Ende 2016. Im März 2018 öffneten Nico und ich die Tore des, zu dem Zeitpunkt, größten Coworking Space in Wuppertal.

Ein Coworking Space ist ein Ort, an dem Menschen zusammen arbeiten. Jede*r für sich an einem Schreibtisch, in einem Teambüro, auf der Couch oder beim Netzwerken. Man bezahlt eine Mitgliedschaft und nutzt die komplette vorhandene Infrastruktur sowie sämtliche Serviceleistungen. Coworking Spaces sind in den vergangenen Jahren populär geworden, in der Großstadt und nun auch auf dem Land.

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Wie sieht Arbeit in Zukunft aus?

 

Die Pandemie hat die Frage nach „Wie wollen wir in Zukunft arbeiten?“ beschleunigt. Der Megatrend New Work sorgt für viele Veränderungen, auch in der Bürowelt. In den Unternehmen wird fleißig umgebaut, Einzelbüros weichen Open Space und agile Teams denken lieber im Creative Space. Einige Firmen brauchen ihre großen Flächen nicht mehr, da die Hälfte der Belegschaft nun im HomeOffice arbeitet.

Es zeigt sich aber, dass es mit Umbaumaßnahmen alleine nicht getan ist. Wenn wir bei dem Begriff New Work (dt. Neue Arbeit) bleiben, den der amerikanische Sozialphilosoph Frithjof Bergmann bereits in den 1970er Jahren etabliert hat, suchen wir die Antwort auf die Frage, was die Menschen eigentlich wirklich, wirklich wollen. Das New-Work-Konzept treibt, nicht zuletzt durch die Digitalisierung, die Umkehr der kapitalistischen Arbeitsmodelle in ihr Gegenteil um. Mit dem Ziel Freiräume zu haben, für Kreativität, individuelles Handeln und die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit.

 

Trauer hat am Arbeitsplatz nun wirklich nichts zu suchen! Oder doch?

 

In den New-Work-Konzepten steht der Mensch mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt, daher ist die Kultur eines Unternehmens, einer Organisation, wesentlicher Bestandteil der Zukunftsgestaltung.

Was mir in Gesprächen oft entgegen gebracht wird ist, dass es kaum bis keine Trauerkultur in Unternehmen gibt. Das glaube ich ungesehen, denn unsere Gesellschaft kann mit Tod und Trauer nicht mehr umgehen. Trauer hat am Arbeitsplatz nun wirklich nichts zu suchen! Oder doch? 

Wir brauchen eine neue Trauerkultur – auch und gerade am Arbeitsplatz. So viele Menschen haben durch das Coronavirus ihr Leben verloren, noch mehr Menschen trauern um ihre Angehörigen, Verwandten, Freunde und Kollegen. 

Trauer am Arbeitsplatz braucht Raum. Physisch und mental. Egal, ob wir im HomeOffice, dem Büro oder in einem Coworking Space unserer Arbeit nachgehen (müssen).

Wie sieht die Lage aktuell aus? Wie fühlt sich Trauer an unseren Arbeitsorten an? Wie gehen Kolleginnen, Kollegen, Führungskräfte und die Kundschaft damit um? Was wünschen sich trauernde Menschen eigentlich, was brauchen sie? Besonders in Zeiten wie diese.

Welche Erfahrungen hast du bisher gemacht?

Ich werde mich zukünftig mit dem Thema Trauer am Arbeitsplatz beschäftigen. Zunächst lese ich dazu das Buch von Petra Sutor, das ich dir weiter unten verlinkt habe. Über deine Erfahrungen mit dem Umgang von Trauer freue ich mich, schreib mir gerne eine Mail.

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